InfoConsult Logo   anspruchsvoll – anpassungsfähig – zukunftssicher SitemapEnglish version
Banner: Home

Was bringt ein Größenkonzept in einer CAQ-Anwendung

Eine Größe ist ein Begriff aus der Welt der Mathematik. Dort geht man davon aus, dass durch den Begriff und durch seine Zusatzmerkmale eine Materie in Details und Vielfalt beschrieben werden kann. Mit Größen kann man ein mathematisches Modell erstellen und mit den Zusatzangaben eine komplette Charakteristik des Modells aufbauen.

Für die Zwecke der Beschreibung von Größen in einem Datenbankmodell können folgende Elemente benannt werden:

  • Kurzbeschreibung der Größe (wichtig für den Zugriff)
  • Name der Größe (seine volle Bezeichnung)
  • Typ der Größe (numerisch, alphanumerisch, logisch, Datum)
  • Format der Größe
  • Einheit des Wertes der Größe
  • Inhalt der Größe (kommt entweder aus dem fix vorgegebenen Wertebereich oder ist frei durch den Benutzer definierbar.

Die Idee der Größen erlaubt eine über das DB-Design hinausgehende Erweiterung des Systems und gleichzeitig eine Anpassung an die spezifische Begriffswelt des Anwenders. Dies geschieht über Stammdaten durch den Benutzer selbst und ohne jegliche Programmierung. Die Größenkonzeption baut auf unserer Standard-Software auf und ermöglicht eine individuelle Kundenlösung.

Dazu ein Beispiel: Ein pharmazeutischer Hersteller erzeugt ein Produkt vom Typ x, das in ein bestimmtes Land geliefert werden soll – oder gar in mehrere Länder. Weil der erzeugte Produktionsausstoß es zulässt, dass eine ausreichende Menge bzw. Stückzahl verfügbar ist und damit die Distribution an verschiedene Kunden oder in verschiedene Länder durchführbar ist.

Sieht man die Welt eines Produktes, so gibt es die Betrachtungsperspektive des Marktes, die über Größen ausformuliert werden kann. Ob es nun Kunden oder Länder sind, an die geliefert werden soll. Das Zielland z.B. kann als Destination beschrieben sein, also als Größe zum Produkt. International gibt es genormte Länderaufzählungen, die mit Nummernkurzcodes ausformuliert sind. Ländercodes erlauben im System QCA von InfoConsult die Auswahl von einer oder mehreren Destinationen, zu denen das Produkt unter Einhaltung der Pharmakopöe-Vorschriften (also Freigabekriterien) hin lieferbar sein kann. Nun: Der Vertrieb des Unternehmens ist interessiert, dass ein Produkt für die Freigabe und Lieferung an bestimmte Destinationen geeignet ist. Die Definition der Ländercodes – als Größen zum Produkt bzw. Lot – stellt in der Qualitätskontroll-Abwicklung sicher, dass der gesamte Absicherungsapparat so disponiert wird, dass das Produkt x auf die Erfüllung der Merkmale für die Lieferung zur vorgesehenen Destination – vor dem Beurteilungsprozess – geeignet sein könnte.

Für die Chargenprüfung durch die Qualitätskontroll-Organisation bedeutet dies, dass zu jedem Produkt bzw. Artikel oder Lot ein oder mehrere Freigabekriterien abzusichern sind. Dieses geschieht, indem festgelegt wird, welche Testmethoden für die Freigabekriterien abzuwickeln sind, um einen Soll/Ist-Vergleich für eine Entsprechungsaussage zu ermöglichen.

Was die Größendefinition von Produkten anbelangt, so gibt es dabei viele Kategorien der Betrachtung. Die Definition dient für vielerlei Aussagen für verschiedene Informationszwecke: zur Deklaration eines Produktes, zur Steuerung des Ablaufgeschehens oder für sonstige Zwecke.

Beispiele von Betrachtungssphären sind:

  • Aussagen gegenüber Behörden
  • Aussagen gegenüber Kunden
  • Aussagen zur Identifikation der destinationsspezifischen Merkmale
  • Aussagen zur Identifikation der Produktzugehörigkeit
  • Aussagen für sonstige Zwecke bei Nebenaufgaben des Qualitätsmanagements
  • Aussagen zur Identifikation von Testzweck und Verwendung
  • Aussagen zur Lot- und Produktbearbeitung
  • Eigene bzw. interne Aussagen zu Freigabe bzw. Sperre

Und man bedenke, dass jede dieser Aussagen zum Produkt mehr- oder aber auch vielschichtig sein kann. Damit stellt sich vom Grundsatz her die Frage nach der Flexibilität einer Anwendungskonzeption. Man erkennt die Maßgeblichkeit dieses Statements besonders, wenn man betrachtet, dass es nicht nur das Objekt „Produkt“ in der CAQ-Anwendung gibt.

Anwendung QCA: Im QK-Geschehen gibt es unter anderem neben dem Objekt „Produkt“ die Begriffe Artikel, Lots, Testprogramme, Freigabekriterien, Beurteilungen, Testtypen, Formeln

Anwendung LAB-R: Die Laboranwendung kennt Testanweisungen, Testaufträge, Testeinheiten, Teststrukturelemente, Formeln.

Der Umgang mit diesen Objekt durch die Modellierung über Größen und ihre Zusammenhänge kann unmittelbar vom Fachreferenten bzw. zuständigen Benutzer des Kunden erfolgen und macht in vielen Fällen das Schreiben von Programmroutinen obsolet. Die Entscheidung für das Größenkonzept beim der Planungsphase des Anwendungssystems war gleichzeitig eine Entscheidung für Anwendernähe und für weniger Programmierung.

Eine Besonderheit im Umgang mit Objekten und Größen ergeben sich durch Formeln: Sie operieren auf Objekten und erlauben damit jede Art von Kombination und Entscheidung über Aussagen im QK-Geschehen herzustellen. Formeln sind als Stammdaten definier­bar und können damit von Kundenmitarbeitern nach kurzer Einführung selbst durchgeführt werden. Formeln werden für Anlagebedingungen, als Anlageformeln, für Ergebnisermittlungs­verfahren, für Steuerungsprogramme (für die Kommunikation mit Laborgeräten etc.) erstellt und stellen eine besondere Flexibilität und Variantenvielfalt für Entscheidungen und Aktionen sicher.

Für die Errichtung eines Initialsystems und für den Einsatz bei geänderten Umständen hilft das Größenkonzept mit Programmierarbeit sparsam umzugehen. Das Größenkonzept stellt damit auf lange Sicht den Schutz der getätigten Investition sicher und verhilft zu einer degressiven Kostenentwicklung bei der Programmierarbeit gegenüber konventionellen Systemkonzepten. Der Schwerpunkt liegt auf der Anpassung über Stammdaten und kann durch eigene Mitarbeiter im Unternehmen abgedeckt werden. Natürlich kann das Größenkonzept nicht für alle Fälle das Schreiben von Programmroutinen umgehen.

Last updated 25.06.2010